Schülerinnen und Schüler entdecken die Vielfalt moderner Handwerksberufe
Korbach(pm). Gefördert durch die Agentur für Arbeit Korbach, den Landkreis Waldeck-Frankenberg und die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg ging die Probierwerkstatt im Jahr 2025 in die nächste Runde. Mit der offiziellen Übergabe der Förderbescheide war der Startschuss für die weiterentwickelte Probierwerkstatt 2.0 gefallen, die mit neuem Namen und geschärftem Profil fortgeführt wurde. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern frühzeitig praxisorientierte und zeitgemäße Einblicke in die Vielfalt der Handwerksberufe zu ermöglichen. Bernd Wilke, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Korbach, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Die Probierwerkstatt ist eine wertvolle Ergänzung zur Berufsberatung. Sie eröffnet Schülerinnen und Schülern frühzeitig die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Das stärkt ihre berufliche Orientierung nachhaltig und ermöglicht uns eine tiefergehende Beratung der Jugendlichen.“
Handwerk zum Anfassen – Berufsorientierung mit Erlebniswert
Korbach. Farben mischen, Kupferrohre löten, Holz fräsen, Haare frisieren – was sonst nur gelernte Profis tun, dürfen hier schon Jugendliche ausprobieren. Die Probierwerkstatt im Berufsbildungszentrum Korbach (BBZ) der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg entwickelte sich auch 2025 erneut zu einem echten Erfolgsmodell der praxisnahen Berufsorientierung.
Zahlreiche Schulen aus Korbach, Bad Arolsen, Frankenberg und weiteren Orten im Landkreis Waldeck-Frankenberg nutzten das Angebot. Ob Förder-, Haupt- und Realschule oder Gymnasium – die Probierwerkstatt richtet sich an Klassenverbände der Jahrgangsstufen 7 bis 10. Die Teilnahme ist für die Schulen komplett kostenlos. Die Finanzierung übernehmen die Projektpartner, Fahrtkosten konnten über die EWF erstattet werden.

Starke Resonanz: Erfolgszahlen aus dem Jahr 2025
Im Jahr 2025 nahmen insgesamt 765 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg an der Probierwerkstatt teil und erhielten dabei die Möglichkeit, handwerkliche Tätigkeiten selbst auszuprobieren und wertvolle Erfahrungen für ihre berufliche Orientierung zu sammeln.
Was ist die Probierwerkstatt 2.0?
Die Probierwerkstatt 2.0 ist ein kreativer Lernort, der Jugendlichen praxisnah und mit Freude zeigt, wie vielfältig, innovativ und modern das Handwerk heute ist. In den Werkstätten lernen sie Materialien, Werkzeuge und Techniken kennen, fertigen eigene Werkstücke an und entdecken ihre persönlichen Stärken. Ziel ist es, Neugier zu wecken, Talente sichtbar zu machen und Begeisterung für handwerkliche Berufe zu vermitteln. In dieser Form und mit diesem Umfang ist die Probierwerkstatt einzigartig in ganz Hessen und gilt als echtes Vorzeigeprojekt für praxisnahe Berufsorientierung.
Werkstätten – zehn Chancen auf Aha-Momente
Die Probierwerkstatt bietet Einblicke in zahlreiche Gewerke. Jede Werkstatt steht für ein eigenes Berufsfeld und vermittelt praktische Erfahrungen auf Augenhöhe. In der Malerwerkstatt experimentieren die Jugendlichen mit Wisch-, Tupf- und Verlauftechniken. Die Metallwerkstatt fordert handwerkliches Geschick beim Feilen, Schweißen und Formen. In der Friseur-Werkstatt sammeln die Teilnehmenden erste Erfahrungen mit Föhn, Lockenwickler und Haarkur.
Hightech trifft Handwerk – moderne Technik zum Anfassen
Besonders eindrucksvoll zeigte sich die Verbindung von Innovation und Handwerk in mehreren Werkstätten: In der Elektrowerkstatt bauen die Jugendlichen das Geschicklichkeitsspiel „Der Heiße Draht“ – inklusive Alarm-LED und Summer. Dabei lernen sie Grundlagen der Elektrotechnik, den Aufbau von Stromkreisen und das präzise Löten von Bauteilen. In der Tischlerei hält die Digitalisierung Einzug: Mit der computergestützten Shaper Origin, einer Oberfräse fräsen die Teilnehmenden ihren eigenen Controller Halter für ihre Konsole, individuell gestaltet mit Namen oder Initialen. Die Bedienung erfolgt intuitiv über ein Touchdisplay – vergleichbar mit einem Smartphone. „Technologie und Handwerk schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Sie ergänzen und beflügeln sich“, erklärt Ausbilder Dirk Bönisch.
In der SHK-Werkstatt entstehen aus Kupferrohren dekorative Herzformen. Dabei lernen die Jugendlichen, wie fachgerechte Lötverbindungen entstehen – und dass handwerkliche Arbeiten auch kreative Gestaltung bedeutet. Darüber hinaus sind unter anderem Zimmerer, Straßenbauer, Maurer, Dachdecker und viele weitere Gewerke vertreten – jeder Beruf mit seinem eigenen Charakter und Reiz.
Neu: Erweiterung um eine Kreativwerkstatt mit Laserangebot
Ab dem 12. Februar 2026 wird die Probierwerkstatt um eine weitere Station ergänzt: die Kreativwerkstatt mit Laserangebot. Hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit einem Lasercutter. Grundlage ist ein Controller-Halter, der von Ausbilder Denis Krume gemeinsam mit einem Teilnehmer der BvB Reha entworfen wurde. Die Jugendlichen können dieses Werkstück individuell gestalten – etwa mit ihrem Namen, Symbolen, Zeichen oder eigenen Schriftzügen. Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden eine kurze Einführung in die Funktionsweise eines Lasers, seine Einsatzmöglichkeiten sowie eine Sicherheitseinweisung. Anschließend geht es an die praktische Bedienung und die Umsetzung der eigenen Gestaltungsideen. Die neue Kreativwerkstatt erweitert das Angebot der Probierwerkstatt um ein modernes, digitales Element und verbindet Technik, Kreativität und Handwerk auf anschauliche Weise.
Probieren. Erleben. Begeistert sein.
„Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler ist enorm“, berichtet Projektmitarbeiterin Kim Fachinger, die die Organisation der Probierwerkstatt mit viel Engagement begleitet. Ziel waren rund 700 Teilnehmende in 2025, bei gleichzeitig hoher Qualität. Durch enge Abstimmung mit den Ausbilderinnen und Ausbildern sowie regelmäßiges Feedback der Jugendlichen wurde das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt. „Was mich besonders freut, ist die Energie, mit der die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind. Viele verlassen die Werkstätten mit dem Satz: ‚Das hätte ich nie gedacht, dass mir das so viel Spaß macht.‘ Genau diese Begeisterung wollen wir wecken“, so Fachinger. Am Ende jedes Besuchs erhalten alle Teilnehmenden ein Zertifikat. In vielen Werkstätten dürfen sie ihr selbst gefertigtes Werkstück mit nach Hause nehmen – ein bleibendes Erlebnis, das neue Perspektiven eröffnet und häufig den Grundstein für eine berufliche Zukunft im Handwerk legt.
Handwerk als Investition in die Zukunft
Auch Kai Bremmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, sieht in der Probierwerkstatt einen wichtigen Baustein für die Nachwuchssicherung: „Wir müssen Jugendlichen wieder zeigen, wie spannend, modern und vielseitig das Handwerk ist. Mit der Probierwerkstatt 2.0 schaffen wir genau diese Möglichkeit – praxisnah, greifbar und mit echtem Erlebniswert. Das ist eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft.“
Infos und Anmeldung
Interessierte Schulen können sich direkt wenden an: Kim Fachinger, Telefon: 05631 9535 186, E-Mail: fachinger@khkb.de.







